Auswahl aus hunderten von Besprechungen und Zuschriften

Der Landkreis, 11/2016, S. 13f. (Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Hauptgeschäftsführer und Präsidiumsmitglied des Deutschen Landkreistages, Berlin)

Das Buch gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten Teil beschreibt Henkel die Probleme des heutigen Dorfes und zeigt Strategien und Beispiele für Verbesserungen „von unten“ auf der Orts-, Gemeinde- und Kreisebene auf. Dabei geht er auf die Revitalisierung der Ortskerne, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Sicherung der Infrastruktur, den demographischen Wandel, das Vereinsleben, die Revitalisierung der Kommunalpolitik und die Gestaltung ländlicher Regionen vor Ort ein -, also auf das ganze Programm, über das gegenwärtig vielerorts und auch im Deutschen Landkreistag intensiv

diskutiert wird.

Im zweiten Teil behandelt Henkel Aspekte der Schwächung und Fremdbestimmung des Dorfes „von oben“ durch die Zentralen in Politik und Gesellschaft ein .. und gibt Anregungen und Beispiele für Verbesserungen. Eingangs seiner Betrachtung .. weist Henkel generalisierend darauf hin, dass die

politischen, ökonomischen und kulturellen Entscheider in Staat und Gesellschaft in den großen Städten residierten und urbanistisch geprägt seien. Ebenso säßen die Behörden dort und versuchten, ihre Machtposition zu halten und zu vergrößern. Des weiteren säßen die Lobbyisten und die um die Macht kreisenden Medien, Wissenschaften und Künste dort und verstärkten damit die urbanistische

Führungsrolle der urbanen Eliten.

In der Hauptsache beklagt Henkel eine Fernsteuerung des Landes durch die zentralen Institutionen in Politik und Gesellschaft, die der Provinz oft mit einer Mischung aus Ignoranz und Arroganz gegenüberträten.

Die Stärke des Dorfes liege im Gemeinwohldenken und darin, die eigenen lokalen Angelegenheiten selbst zu organisieren und in die Hand zu nehmen. Gerade das werde von den zentralen Institutionen .. zu wenig respektiert und gefördert und allzu oft sogar beseitigt. Durch die Dominanz der zentralen Steuerung seien die Gestaltungsspielräume der ländlichen Kommunen immer kleiner und die Bedeutung und das Ansehen der Kommunen auf dem Land immer mehr ausgehöhlt worden. In der Lokalpolitik und Bürgerschaft habe sich auch durch großräumige Gebietsreformen mehr und mehr ein Gefühl von Bevormundung, Ohnmacht und Resignation entwickelt. Die Raumordnung .. trage immer wieder dazu bei, ländliche Räume durch Fremdbestimmung und Fernsteuerung zu schwächen.

Alles in allem kommt Henkel wieder einmal das Verdienst zu, den auf dem Lande Wohnenden „aus der Seele gesprochen“ zu haben. Und in vielem hat er einfach Recht!

 

LandInForm 4/2016, S. 50 (Moritz Kirchesch, Bonn)

Der in der Szene als „Dorfpapst“ bekannte Forscher ist davon überzeugt, dass das Dorf in Deutschland auch in Zukunft eine Chance hat.

Was auf Dorfebene Bürger und Kommunalpolitik und an zentraler Stelle Politik und Gesellschaft

ändern und dafür leisten sollen, stellt Henkel verständlich und kurzweilig dar. Er zeigt Schwachstellen in der Dorfentwicklung der vergangenen Jahrzehnte auf, präsentiert aber gleichzeitig Strategien und konkrete Möglichkeiten für ein Umsteuern.

Dabei geht Henkel zunächst auf die gegenwärtigen Entwicklungen in Dörfern ein und zeigt dann anhand konkreter Beispiele und Ideen, wie Dörfer mit kommunalen und bürgerschaftlichen Aktivitäten dem Abwärtstrend trotzen, wie sie Läden retten oder einen neuen Aufschwung durch innovative Bürgervereine anzetteln. Am Ende jedes Kapitels stellt Henkel die Frage: Was bleibt zu tun?

Im zweiten Teil des Buches analysiert Henkel, ob und wie zentrale Instrumente und Institutionen wie die Raumordnungspolitik von Bund und Ländern, die Kirchen, die Wissenschaft, die Medien und die Spitzenverbände mit ihren Entscheidungen dem Dorf und Land nutzen oder Schaden zufügen. Diese

Institutionen können und müssen im Sinne des Autors einen Beitrag leisten, um das Dorf zu retten.

Für alle, die sich für das Dorf interessieren, die dort leben, sich engagieren oder beruflich mit der Entwicklung von Dörfern zu tun haben, lohnt sich die Lektüre dieses Buches mit seinen vielfältigen Ansätzen und Beispielen.

 

HAL-Mitteilungen, Hg. Hessische Akademie der Forschung und Planung im ländlichen Raum, 53/März 2017, S. 30-33 (Roswitha Rüschendorf, ehem. Referatsleiterin für Dorfentwicklung des Landes Hessen, Mitglied der HAL und des Redaktionsausschusses, Kassel)

Schon sein gewählter Buchtitel lässt keinen Zweifel aufkommen, dass der Autor nicht zu der Gruppe der Experten gehört, die die Entleerung und das Sterben der Dörfer quasi als naturgegebene Lösung des demographischen, sozialen und ökonomischen Wandels hinnehmen oder gar kontrolliert beschleunigen wollen. Vielmehr setzt der Wissenschaftler und Kommunalpolitiker Gerhard Henkel einerseits auf die Handlungsfähigkeit der Bürger und die der kommunalpolitisch Verantwortlichen und andererseits auf den Gestaltungswillen der Länder, des Bundes und der einflussreichen gesellschaftlichen Kräfte wie den Medien, Kirchen, Wissenschaften, kommunalen Spitzenverbänden u.a.

Das Buch richtet sich primär an die Entscheidungsbereiten und Handelnden. Er macht zum einen denjenigen Mut, die sich bereits mit Zukunftswerkstätten, Projekten und anderen Aktionsformen in Netzwerken und Arbeitsgruppen mit oder ohne staatliche Unterstützung z.B. durch Dorferneuerungs-

und Leadermittel auf den Weg gemacht haben – oder die dieses konkret vorhaben. Die Beispiele bestätigen nicht nur die vielen Ehrenamtlichen sondern insbesondere auch die Kommunalpolitiker,

die zum Teil mit großer Kreativität und Hartnäckigkeit eine zukunftsfähige Gemeinde-/Stadtentwicklung suchen. Die zahlreichen Beispiele aus vielen Regionen und Dörfern Deutschlands stehen dafür.

Zum anderen richtet sich Henkel aber gerade an die Weichensteller „in den Zentralen von Politik und Gesellschaft“. Er will „aufrütteln“, indem er Fehlentscheidungen benennt und eine Umkehr, zuweilen auch Rückkehr zu bewährten dezentralen Strukturen und Verantwortlichkeiten fordert. Der Autor

benennt „Ross und Reiter“, „Schuldige und Nichtschuldige“ „Wenn das Dorf leidet oder stirbt, haben generell nicht vorrangig seine Bewohner und Kommunalpolitiker versagt, sondern in erster Linie die Eliten in Staat und Gesellschaft, die keinen Sinn für die lange erprobte Kultur der Selbstverantwortung des Dorfes haben.“ Das Buch will provozieren. Und es betont, dass die Lösungen im interdisziplinären Handeln der Zentralverantwortlichen liegen.

Sein abschließender und abgewandelter Appell: Lasst das Dorf leben! wird vernommen werden.

 

Nürnberger Nachrichten v. 7.2.2017 (Patrick Schroll, Redakteur, Nürnberg)

Gerhard Henkel ist Anwalt für Millionen Menschen in Deutschland. Seit fast einem halben Jahrhundert beschäftigt sich der Geograph mit dem ländlichen Raum. Rund 8 Millionen in Bayern und über 40 Millionen in Deutschland leben qua Definition dort. Manchmal eher schlecht als recht.

Vielerorts kämpfen Dörfer, liegen sie nicht gerade im Speckgürtel prosperierender Regionen, um ihr Überleben, um den Erhalt des Arztes, der Bank oder der Busverbindung in die nächste Stadt. Henkel gibt den „urbanen Eliten“ die Schuld für einen Niedergang der Dörfer.

Er geißelt in unzähligen Beispielen – von Gebietsreformen bis hin zur finanziellen Ausstattung der Kommunen – eine „zentralistische Willkür gegen das Dorf“, die den „entmündigten Dorfbewohner „zur Folge hatte. In 15 Kapiteln liefert Henkel unzählige Beispiele politischer Verfehlungen, aber auch nachhaltig erfolgreicher Initiativen aus Dörfern. Neben dem Appell an die Politik sind diese Beispiele Denkanstöße und Quelle möglicher Veränderungen. Zudem verpflichtet Henkel die Dorfbewohner, nicht in Lethargie zu verfallen, sondern das Leben auf dem Land aktiv zu gestalten. „Stadt und Land sind gleichwertig für den Gesamtstaat und die die Gesellschaft. Sie sind aufeinander angewiesen“, so schreibt Henkel. Doch dafür braucht es eine bessere finanzielle Ausstattung, die ein Mehr an eigenverantwortlichem Handeln vor Ort überhaupt erst ermöglicht.

 

Heimatpflege in Westfalen, 6/2016, S. 33f. (Dr. Jürgen Römer, Leiter des Fachdienstes Dorf- und Regionalentwicklung Landkreis Waldeck-Frankenberg, Korbach)

Wer sich mit der Zukunft des Lebens in ländlichen Regionen noch nicht näher beschäftigt hat, für den ist das Buch eine Fundgrube. Es sollte Pflichtlektüre sein für die, denen beruflich oder privat die Zukunft der Dörfer am Herzen liegt, also alle in Politik, Verwaltung und Ehrenamt.

 

Zuschrift per Email v. 30.12.2016 (Katrin Rohnstock, Verlegerin, Rohnstock Biographien, Berlin)

Sehr geehrter Herr Prof. Henkel, ich lese gerade mit Begeisterung Ihr neues Buch. Es ist so spannend, mutig und kämpferisch, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann und schon mehreren Menschen empfohlen habe, die in der Dorfentwicklung engagiert sind, bzw. an der Gebietsreform, die gerade in Thüringen durchgeführt wird, leiden.

Selbst vom Dorf in Thüringen kommend, bin ich eine große Verfechterin „dörflich-sorgender Strukturen“ und ich finde bei Ihnen eine brillante Analyse der Hemmnisse und Potentiale. Dafür vielen Dank.